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Was sind eigentlich Cannabinoide?

Auf Messen, aber auch privat, wird mir diese Frage immer wieder gestellt, wenn ich über eine meiner Lieblingspflanzen-  Hanf – und dessen Inhaltsstoffe und Wirkung erzähle.

Cannabinoide sind, vereinfacht gesagt,chemische Stoffe, die in der Hanfpflanze vorkommen. Damit wäre das schon mal geklärt! 

Aber warum finde ich die Informationen zu Cannabis und Cannabinoiden so wichtig, dass ich darüber blogge? Der folgende Text verdeutlicht das.

Geschichtlicher Ausflug

Ein kurzer Ausflug in die Geschichte von Cannabis möge mir hier erlaubt sein, um ein besseres Verständnis zu entwickeln:

Cannabis (Hanf = Cannabis sativa) ist eine sehr alte Kulturpflanze. Die ältesten Funde sind bereits ca. 30.000 Jahre alt. Wow! So lange gibt es Hanf also schon!

Kultiviert wird Hanf allerdings “erst” seit ca 5000 Jahren.Ursprünglich wurde die Pflanze als Rohstoff für Textilien, Seile / Taue (bei Schiffen), Papier (die amerikanische Unabhängigkeitserklärung wurde auf Hanfpapier geschrieben), Hanfsamen als Lebensmittel, Heilpflanze und noch dergleichen mehr genutzt. Auch in Deutschland fand sie ihren Platz in der Klostermedizin, so z.B. bei Hildegard von Bingen.

Anfang des 20. Jahrhundert fand fast überall auf der Welt ein Verbot der Hanfpflanze wegen der berauschenden Wirkung statt. Ob das Verbot angemessen war oder nicht, bzw. welche wirtschaftlichen Interessen dahinter steckten, sei dahin gestellt.

Einen Wendepunkt stellte die Entdeckung und Isolierung des psychotropen Hauptwirkstoffes THC (= Tetrahydrocannabiol) 1964 in Israel dar. Ein weiterer Meilenstein in der Cannabis-Forschung war die Entdeckung eines sogenannten “Endocannabinoiden Systems” in den 1980er Jahren. Erst damit wurde die Basis geschaffen für das heutige Verständnis von Cannabinoiden und deren Wirkung auf den menschlichen Körper.

Das Endocannabinoide System (=ECS)

Endo was? Hatte ich bis vor einiger Zeit auch noch nicht gehört, aber die Cannabisforschung zeigt uns, dass dieses körpereigene(=endo) Cannabis-System an der Regulierung von vielzähligen Funktionen beteiligt ist. Dazu zählt unter anderem die Gehirnentwicklung, das Gedächtnis, das Nervensystem, Motorik, aber auch die immunologische Regulierung im Körper, Schmerzempfinden, Appetit Stimmung und so weiter. Cannabinoide können sowohl selbst, also endogen, vom Körper produziert werden (unsere eigene kleine Drogenproduktion sozusagen), aber auch von außen zugeführt werden (exogen).

Das ECS funktioniert nach einem Schlüssel-Schloss-Prinzip: An bisher zwei erforschten Rezeptoren (CB1 und CB2), die für unterschiedliche Bereiche zuständig sind, können die Cannabinoide andocken und Verschiedenes bewirken. CBD als solches geht  nicht direkt an die Rezeptoren , sondern wirkt eher als Hemmstoff für ein bestimmtes Enzym, das den Abbau eines körpereigenen Cannabinoides verlangsamen oder sogar ganz verhindern kann. Dadurch initiiert CBD aber im Körper vielfältige unterschiedlich starke Wirkungen. Die Aufgabe des ECS ist es also, den Körper wieder in Balance zu bringen und Ungleiches auszugleichen. Die Cannabinoide sind der Schlüssel für die beiden Rezeptoren. 

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Was können Cannabinoide bewirken?

Nachdem wir das “Wie” geklärt haben, geht es um das Wirkspektrum von Cannabinoiden. Da gehen die Meinungen weit auseinander und da ich weder Mediziner noch Heilpraktikerin bin, kann ich dazu auch keine Heilaussagen machen. Wenn man sich aber die Zeichnung oben anschaut und sich vergegenwärtigt,für was das ECS alles zuständig ist, dann kann sich jeder selbst einen Reim darauf machen, was und wo Cannabinoide etwas bewirken können. Fakt ist, dass in Israel und mittlerweile (seit 2017) auch in Deutschland medizinisches Cannabis häufig zur Behandlung von Schmerzpatienten verabreicht wird.  Genaueres zur Wirkung kann man auf folgender Seite nachlesen: www.cbdratgeber.de. Da ist beschrieben, dass Cannabis u.a. Wirkung haben kann auf das Gehirn, Organe, Herz-Kreislauf-System, Knochen und Bewegungsapparat, Muskelapparat, Magen / Darm, Haut, etc..

Cannabis heute

Mittlerweile ist es gelungen, Hanfpflanzen mit einem THC-Gehalt unter 0,2%zu züchten (wie aber auch die illegale Züchtung mit einem deutlich höherem THC-Gehalt). “Da ist ja dann der Spaßfaktor weg” meinen einige Menschen. Ja, wenn man damit seinen Spaßfaktor bestreitet? Allerdings wurde damit auch der Weg frei zur Kultivierung und Nutzung von Hanf als Heilpflanzen, die kaum THC enthalten. 

Gleichzeitig wird es mittlerweile aber auch immer mehr zum Lifestyle Produkt. Neben Nutzung als Nahrungsergänzungsmittel ist es in vielen Produkten vertreten wie in Kosmetik, Lebensmitteln (z.B. Getränke, Schokolade, Superfood, Öl, Tee etc.). Ob und welche Wirkung Cannabis darin hat, das mag jeder selbst beurteilen.

Zunehmend wird Hanf auch zu Textilien verarbeitet, er ist nachwachsender Rohstoff für Materialien im Bau, Tierfutter, und dergleichen mehr. Es gibt kaum einen Bereich, in dem Hanf nicht vertreten ist. 

Damit wird er immer mehr aus der “Schmuddelecke” und Kriminalisierung heraus gelöst hin zu einem ernst zunehmenden und wichtigen nachwachsenden Rohstoff für unsere Gesellschaft!

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