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Monatsrückblick Januar 2021 – “A wie Anfang”

Dieser Monat war voller Anspannung, Aufregung, Ängsten, Austausch, Abschluss, Anfang – also lauter Dinge, die mit “A“, dem ersten Buchstaben im Alphabet losgehen – wie auch der Januar der erste Monat des Jahres ist. Passt irgendwie. Auf manches hätte ich gerne verzichtet. Aber lies selbst:

1. Die Coronakeule schlägt zu

Bild: Gerd Altmann auf Pixabay

Anfang des Jahres dachte ich noch: “Ich kenne niemanden in meinem näheren Umfeld, der an Covid-19 erkrankt ist, Gottseidank!”. Dann hatte das Tochterkind Geburtstag. Oma und Opa riefen an und waren in so einer schlechten Verfassung, dass wir das Telefonat frühzeitig beendet haben. Und da kam die schleichende Angst: Was ist, wenn sich die beiden mit Corona angesteckt haben? Beide haben Vorerkrankungen der Lunge und Atemwege und sind gesundheitlich nicht auf der Höhe. Und dann kamen die schlechten Nachrichten Schlag auf Schlag: erst mein jüngerer Bruder (der, der sich vor Weihnachten noch die Finger abgesäbelt hatte. Siehe Dezemberrückblick). Fast zeitgleich meine Nichte und deren Vater, mein älterer Bruder (Vorerkrankung der Nieren). Dann schließlich doch auch meine Eltern und zwar so stark, dass mein Vater in eine weiter entfernte Klinik musste und dort Sauerstoff bekam (aber nicht beatmet werden musste), schließlich noch meine Schwägerin. Alle drei Familien in Quarantäne, alle in Bayern (und ich hier in Bonn), und irgendwann die Nachricht meines Bruders, wir sollten uns wohl mit dem Gedanken befassen, dass es für meinen Vater nicht gut ausgehen könnte. Nächte mit wenig Schlaf, voller Ängste und Sorge und dem blöden Gefühl, überhaupt nichts tun zu können, nicht einmal anrufen, da mein Vater keinen Telefonanschluss hatte, weil er seinen Geldbeutel in der Hauruckaktion, in der er ins Krankenhaus kam, vergessen hatte.

Und schließlich nach fast drei Wochen die erlösende Nachricht, dass er wieder nach Hause darf, zwar Sauerstoff weiterhin benötigt und sehr schwach ist, aber Corona negativ, genau wie der Rest meiner erkrankten Familie. Müßig, zu überlegen, wo sie sich angesteckt haben könnten, besser nach vorne zu schauen, wieder auf die Beine kommen und dankbar dafür, dass wir alle mit einem blauen Auge davon gekommen sind.

2. Mein Online -Kurs startet

Mein Online-Kurs für LehrerInnen

Am 4.Januar bin ich mit einer kleinen, aber echt angenehmen Gruppe in das Abenteuer Stressmanagement für LehrerInnen als Online-Kurs gestartet. Der Kurs war als Betakurs konzipiert. Vier Wochen lang hat die Gruppe verschieden Inputs bekommen: zu Energieräubern, Wichtigkeit von Minipausen, inneren Antreibern (siehe auch mein letzter Blogartikel), Gewohnheiten und Rituale, die Notwendigkeit, Neinsagen zu lernen, gesellschaftliche Faktoren, die Entspannung torpedieren können und mit klassischer Konditionierung zu tun haben und noch einiges mehr. Selbstreflexion hat sich mit Austausch in der Gruppe abgewechselt und am Ende ist ein kleines Gefühl der Wehmut geblieben, dass es schon wieder vorbei ist. Jetzt geht es in die nächste Runde und ja, ich freue mich auf weitere KursteilnehmerInnen. Wenn Du selber an Schule arbeitest oder jemanden kennst, dann kannst Du mein online-Kursangebot gerne auch weiterleiten. Du findest das Angebot hier.

3. Schnee

Gegen 1 Uhr nachts nochmal losund für hiesige Verhältnisse liegt echt viel Schnee

In ganz Deutschland ist gefühlt Schnee und ausgerechnet wir als Exilfranken wohnen in einer Ecke, wo es kaum was gibt und wenn, dann nicht lange liegen bleibt. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass es auch nachts geschneit hat, eine Chance, am Morgen noch verschneite Straßen zu sehen – und natürlich mitten in der Nacht mal los zu laufen und Spuren im neuen Schnee zu hinterlassen. Der Göttergatte und das Tochterkind haben die Zeit genutzt, um viel im Schnee in der nahen Eifel spazieren zu gehen und Schlitten zu fahren, während ich noch meine letzten Tage an der Schule abarbeiten durfte.

4. Abschluss und Start Sabbatjahr

Abschiedsgeschenk von meinen KolegInnen

Am 29.01. war es endlich soweit: Zwei Jahre habe ich angespart und dann stand es auf einmal vor der Tür: mein Sabbatjahr. Es war noch so einiges zu erledigen, so dass ich die ganze Zeit nicht daran denken konnte, dass es startet und auch jetzt, während ich diesen Blogartikel schreibe, ist es noch nicht so ganz in meinen Gehirnwindungen angekommen. Nach 26 Jahren Schulsozialarbeit nun ein Jahr Auszeit. Geplant war zwar eine Weltreise zu verschiedenen Orten, zu denen wir sonst nicht so einfach mit dem “normalen” Urlaub und unserer Art zu reisen kommen. Aber nun werden wir die Zeit halt anderweitig nutzen und auf gepackten Rucksäcken sitzen. Sobald reisen möglich sein wird, sind wir weg. Immerhin kann ich nun ohne Wecker aufwachen und den Tag deutlich langsamer angehen lassen. Was für eine Wohltat!

5. Und sonst noch?

  • Am 4. Januar bin ich mit ca. 80 anderen TeilnehmerInnen in die “Content Society” von Judith Peters gestartet. Somit heißt es für mich weiter bloggen lernen mit allem, was dazu gehört.
  • Ebenfalls am 4. Januar bin ich mit einer Gruppe Frauen in die nächste Runde “Sonnengeküsst – Meditation als Morgenritual” gestartet. Ich habe zwar nicht immer alles mitmachen können, dafür kann ich in Ruhe jetzt noch einiges nach- oder wiederholen.
  • Meine erste digitale Sprechstunde hat an der Schule stattgefunden. Ein eigenartiges Gefühl, die Menschen nicht “in echt” gegenüber sitzen zu haben und mit schlechter Internet Verbindung zu beraten oder Bewerbungen zu besprechen…
  • Judith Peters online Geburtstagsfeier via Zoom war ebenfalls eine neue Erfahrung. Ich überlege gerade, mir die Idee für meinem Geburtstag im nächsten Monat zu mopsen…

6. Ausblick auf Februar

  • Eine unglaubliche Leere im Kalender – ich merke, dass mein Sabbatjahr begonnen hat und die vielen Termine an bzw. für die Schule wegfallen.
  • Alternative: Ausräumen – umräumen – wegräumen?
  • Geburtstag via Zoom feiern?
  • Konzeption Anschlussangebote an meinen ersten Online-Kurs
  • meinen Geist zur Ruhe kriegen – der macht nämlich schon wieder Faxen und hat viele Ideen…
Foto: Jez Timms on Unsplash

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