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Über den Sinn und Unsinn von Icebreaker

Kennst Du das auch? Du bist bei einem Meeting, Coaching, stehst vielleicht selber vor einer Gruppe und nichts kommt so richtig in die Gänge. Dabei ist es egal, ob sich die Teilnehmer bereits kennen oder nicht, ob eine Hierarchie oder ein Altersunterschied besteht, manchmal braucht es Unterstützung, um Barrieren in der Kommunikation zu überwinden. Da könnte ein sogenannter Icebreaker helfen, um miteinander ins Gespräch zu kommen, ohne dass es für den einen oder anderen peinlich werden könnte.

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Was sind sogenannte Icebreaker eigentlich

Vorne weg: ich liebe Icebreaker. Sie sind ein von mir viel genutztes Tool, wenn ich mit Gruppen arbeite und ich finde, sie haben (fast) immer einen positiven Effekt auf die Gruppe. Icebreaker – oder zu deutsch Eisbrecher – sind jede Form von Aktivitäten (Spiele, Fragen, etc.), bei denen Menschen miteinander unkompliziert ins gemeinsame Gespräch kommen können. Sie können zu Beginn in einem Meeting oder Gruppencoaching verwendet werden, um z.B. Interesse zu wecken, gemeinsam Spaß zu haben und um einfach einen guten gemeinsamen Einstieg zu haben. Sie können aber auch während eines Events Impulse geben und die Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Thema lenken. Durch sie kannst Du den Kopf während des Meetings wieder frei bekommen. Je nachdem, welchen Icebreaker Du verwendest, können z.B. Verspannungen abgebaut oder beide Gehirnhälften aktiviert werden.

Du kannst Icebreaker selber entwickeln oder auf bereits erprobte zurückgreifen.

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In sozialen Trainings mit Schulklassen haben sie sich bewährt, Erwachsene stehen ihnen aber doch so manches mal kritisch oder sogar eher ablehnend gegenüber, sind es doch “nur Spielchen”. Daher ist es wichtig, den geeigneten Icebreaker zu finden. Du kannst je nach Größe kleine Gruppen zusammensetzen oder aber im gemeinsamen Kreis bleiben. Wenn Du aber die große Gruppe einteilen willst, dann sei kreativ und nimm nicht das schon in der Schule übliche Durchzählen. Du kannst z.B. vier verschiedene Bonbonsorten  oder Murmeln nehmen und die Teilnehmer ziehen selbst. Die Gruppeneinteilung ergibt sich aus der Bonbonsorte bzw. den verschieden farbigen Murmeln.

Der richtige Icebreaker

Wichtige Kriterien bei der Auswahl eines Icebreakers sind folgende:

  1. Was willst Du mit dem Icebreaker erreichen? Soll er die Teilnehmer auf ein Thema fokussieren? Soll er Kommunikationsängste abbauen? Soll er lediglich ein Anstoß für einen guten Beginn sein?
  2. Wer sind deine Teilnehmer? Setzten sich deine Teilnehmer aus unterschiedlichen Kreisen zusammen (Alter, Hierarchie Beruf, …)?
  3. Wieviel Zeit hast Du für den Icebreaker?
  4. Art des Icebreakers. Dazu gleich mehr.

 Welche Arten der Icebreaker gibt es?

 Hier die bekanntesten:

  1. Dreierkombination: Du stellst Deinem Gegenüber / Tischnachbar eine vorgegebene Frage und forderst am besten auch nach der Antwort eine Begründung, z.B. welche drei Orte würdest Du gerne besuchen? Warum? Drei Bücher, die Du in letzter Zeit gelesen hast? Der Fantasie der Fragen ist da keine Grenzen gesetzt, sie muss zur Gruppe passen. Dabei ist es unerheblich, ob sich die Gruppenteilnehmer bereits kennen oder nicht. Bei einer Teamsitzung könnten auch gezielte Fragen zu einem bestimmten Thema stellen, z.B. “Welche drei Dinge würdest Du an deiner Arbeit verändern? Warum?”
  2. Neben der Dreierkombination gibt es auch noch den Ein-Wort-Icebreaker. Er kann hilfreich sein, wenn man ein bestimmtes Thema in den Fokus stellen will. Die Frage dazu ist: Welches Wort fällt Dir zu XY ein? Dabei können die Teilnehmer in Gruppen eingeteilt werden und darüber diskutieren und sich eventuell auf ein Wort festlegen
  3. Witzige Fragen: Dient als Auflockerung und dem Wohlbefinden der Teilnehmer. Wenn eine witzige Frage beantwortet wird, kann sich ein Zusammengehörigkeitsgefühl oder sogar Verständnis entwickeln. Solche witzigen Fragen können sein: “Wenn Du eine Obstsorte wärst, welche wäre das? Wenn Du auf einer einsamen Insel landest, welche drei Gegenstände würdest Du mitnehmen? Kann man eigentlich Käse mit Marmelade essen? Wenn Du etwas Neues sammeln würdest, was wäre das? Warum?” Auch hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.
  4. Gemeinsamkeiten-Icebreaker: Geeignet für Teams z.B. aus demselben Haus. Teile eine große Gruppe auf und bitte die Kleingruppen 5+ Gemeinsamkeiten persönlicher Art zu finden. Dadurch kommen Menschen derselben Firma ins Gespräch, die sonst wahrscheinlich eher weniger miteinander geredet hätten
  5. Zu guter Letzt: Icebreaker-Spiele. Auch hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt und sogar alte Schulhofspiele wie “ich packe meinen Koffer” lassen sich entsprechend abändern. In der Regel ist bei solchen kleinen Übungen der Sinn und Zweck, im wahrsten Sinn des Wortes das Eis zu brechen, gute Laune zu vermitteln und die Lachmuskeln zu aktivieren. Eine solche Übung könnte “Wahrheit oder Lüge” sein: Die Teilnehmer gehen immer zu zweit zusammen. In einer späteren Vorstellungsrunde wird der Gesprächspartner vorgestellt und zwar mit einer erfundenen und einer wahren Geschichte. Der Rest der Gruppe muss erraten, was wahr und was falsch ist. Oder die Gedankenkette: Der erste beginnt mit einem Wort, der zweite ergänzt eines, dass er gedanklich mit dem ersten verbindet usw.

Ich wende sehr gerne Icebreaker an und mache mir im Voraus einer Veranstaltung Gedanken über die Zusammensetzung der Gruppe und welche weiteren Punkte wichtig sein könnten. Der passende Icebreaker zur passenden Zeit hat schon so manches aufgelockert und die Stimmung wieder verbessert. Bei mir sind im Laufe der Zeit so einige zusammengekommen, die ich immer wieder gerne verwende. Auch Gruppen bzw. Personen, die zunächst gestöhnt haben, dass ich mit einem solchen “Spiel” daher komme, fanden dann doch Gefallen daran

Nur Mut! Probiere das doch selbst einmal aus.

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