Gesundheit,  Network

Was ist der Unterschied zwischen natürlichen und synthetischen Vitaminen?

Du möchtest in der Erkältungszeit gesund bleiben und überlegst Dir, ein Vitamin C Präparat zu besorgen. Wenn Du die unterschiedlichen Angebote im Supermarkt, im Reformhaus, in der Drogerie oder Apotheke genauer anschaust wirst Du schnell erkennen, dass neben dem Preis ein gravierender Unterschied besteht: Du findest Vitamin C in Form von Ascorbinsäure (synthetisch) oder aber als Vitamin C Komplex (natürlich). Und selbstverständlich fragst Du Dich, worin genau der Unterschied besteht, was Dir und Deinem Körper gut tut  und welcher Empfehlung Du folgen kannst.

Natürliche vs. synthetische Vitamine

Natürliche Vitamine werden aus Pflanzen extrahiert, synthetische Vitamine werden gezielt im Labor mit chemischen Zutaten hergestellt. Dazu werden, wie am Beispiel Vitamin C,  unter anderem Erdöl oder unter Umständen gentechnisch veränderte Mikroorganismen verwendet. 

Ein wesentlicher Unterschied ist aber die sogenannte “Bioverfügbarkeit”, die bei synthetischen und natürlichen Vitaminen sehr unterschiedlich ist. Unter Bioverfügbarkeit versteht man, wie gut Dein Körper einen bestimmten Nährstoff aufnehmen und verwerten kann. 

Zunächst denkst Du wahrscheinlich, dass ein isoliertes Vitamin für den Körper besser verfügbar ist, weil es eben alleine und ohne weiteren Firlefanz vorkommt. Dann sollte es auch super wirken. Oder eben doch nicht?. Der entscheidende Unterschied ist, dass die Nährstoffe aus Pflanzen eben nie isoliert vorkommen, sondern in einem Komplex mit Hunderten anderen Pflanzenstoffen existieren. Erst durch dieses Zusammenspiel aus z.B. Mineralstoffen,sekundären Pflanzenstoffe wie Bioflavonoiden, Enzymen und vielen weiteren Spurenelementen entsteht die eigentliche gesundheitsfördernde Wirkung.

Vitamin-Komplex

Natürliche Vitamine sind also immer als Komplex erhältlich, so, wie die Natur das eben gemacht hat. Diese Komplexität ist deshalb so wichtig, damit die Aufnahme und der Einbau eines Wirkstoffes in die Zellen unterstützt wird. 

Synthetische Vitamine werden im Gegensatz dazu, wie bereits gesagt,  isoliert angeboten. Manchmal werden auch weitere (synthetische) Stoffe beigemischt. Dazu später mehr.

Pixabay

Um das zu verdeutlichen, hier ein Bild dazu: Überlege mal, wie ein Haus gebaut wird. Du benötigst auf jeden Fall Ziegel oder andere Bausteine. Wenn Du nur alleine Ziegel verwendest und aufschichtest,dann hält das sicher auch eine gewisse Zeit. Stabil wird es aber erst, wenn ich Zement  bzw.  Mörtel dazu nehme. So kann das Haus Jahrzehnte oder Jahrhunderte stehen bleiben und seinen eigentlichen Zweck, nämlich Schutz und Heimat für Menschen zu sein, erfüllen. 

Entwicklungsverlauf

Unser Körper, im speziellen der Darm und unser Stoffwechsel, kennt seit zig tausenden von Jahren Vitamine, die er aus Früchten, Gemüse, Samen, und sonstigen natürlich vorkommenden Lebensmitteln  mit allen dazugehörigen natürlichen Stoffen (s.o.) gewinnen kann. Synthetische Vitamine stellt man jedoch erst seit ca. 80 Jahren im Labor her. Unser noch auf Steinzeit programmierte Stoffwechsel kommt damit nicht gut klar.

CARET Studie

Verschiedene Studien, unter anderem die CARET-Studie in den USA, haben ergeben, dass synthetische Vitamine  langfristig eingenommen für unseren Körper eher belastend und schädigend als hilfreich sind. Rauchern wurde dabei synthetisches Beta-Carotin verabreicht und siehe da: das Risiko für Lungenkrebs stieg um 28 %, so dass die Studie sogar abgebrochen wurde, um die Probanden nicht weiter diesem Risiko auszusetzen. Natürliches Beta-Carotin hingegen führte zu keiner unerwünschten Nebenwirkung, vielmehr wurde dieses Risiko eher noch vermindert. Schon ein Unterschied, finde ich. 

Beispiel: Vitamin C

Und am Beispiel Vitamin C kannst Du das ebenfalls gut erkennen: das natürliche Vitamin C, das in Früchten und Beeren vorkommt, ist für unseren Körper vertraut, er ist daran gewöhnt. Das synthetisch hergestellte Vitamin C, erhältlich als Ascorbinsäure, wird dagegen im Labor unter anderem mit Hilfe von Oxidationsmitteln und Aceton hergestellt. Aceton? Woher kennst Du das gleich nochmal? Ja richtig, es ist ein Lösungs- bzw. Reinigungsmittel und kommt z.B. im Nagellackentferner vor oder ist ein Inhaltsstoff von Kunstklebestoffen. Aceton wird aber auch für verschiedene Synthesen in der Chemie benötigt. Ein so hergestelltes Vitamin C (dann auch Ascorbinsäure genannt) ist daher eine für unseren Körper fremde Substanz, die dem natürlichen Vitamin C zwar ähnlich, aber nicht identisch ist. Und diese Substanz bewirkt im Körper noch viel mehr: Da es isoliert vorkommt (und eben nicht im Verbund mit den anderen Pflanzenstoffen), “sucht” die Ascorbinsäure nach ihren (natürlichen) Verbündeten, den Pflanzenstoffen, wie beispielsweise Tyrosinase und holt es sich dann da, wo es gerade vorhanden ist, notfalls auch aus den Zellen, wo es unter Umständen bereits an lebenswichtigen Vorgängen beteiligt ist. Also mir erscheint das nicht gesund, sondern eher eine Belastung für den Körper zu sein. Tyrosinase benötigt der Körper im Übrigen z.B. für den Schutz vor UV-Strahlung.

Kommt nun noch eine ungesunde Lebensweise dazu und sind dadurch ohnehin schon zu wenige Pflanzenstoffe und natürliche Vitamine im Körper, dann wird der Mangel eher noch verstärkt, da sich das synthetische Vitamin diese Pflanzenstoffe aus dem Körper holt, wo sie eigentlich benötigt werden. 

Gefahr der Überdosierung?

Du weißt ja bisher schon, dass synthetisch hergestellten Nahrungsergänzungsmittel hochdosiert isolierte Vitamine enthält. Wenn Du nun noch bedenkst, dass synthetische Vitamine  in industriell hergestellten “Lebensmitteln” wie z.B. Backwaren oder auch Tiefkühlkost als Konservierungsmittel oder Farbstoff / Antioxidationsmittel untergemischt werden, dann kannst Du dir sicherlich vorstellen, dass der Körper von Menschen, die sich mehrheitlich mit Fertigprodukten ernähren, geradezu mit synthetischen Vitaminen geflutet wird. Kommt dann noch ein künstlich hergestelltes Nahrungsergänzungsmittel dazu, weil das ja angeblich z.B. Erkältungskrankheiten vorbeugt, dann ist die Überdosierung vorprogrammiert. 

Pixabay

By the way: Wusstest Du eigentlich, dass in Wurst, insbesondere Salami z.T. viermal mehr Vitamin C enthalten ist, als in einem Apfel? Vitamin C wird hier als Konservierungsmittel und als Antioxidans verwendet. So bleibt die Wurst schön rot und hält zudem noch länger. “One salami a day keeps the doctor away”würde da schon viel eher zutreffen als “One apple a day keeps the doctor away”. Hinterfragst Du aber diese Aussage nicht, dann hieße das ja, dass die Wurst tatsächlich gesünder wäre und Erkältungen vorbeugen würde. Aber auch hier ist zu bedenken, dass der Apfel noch viel mehr Stoffe wie Pektine oder sonstige Pflanzenstoffe enthält und somit z.B. Cholesterin eher abbaut – durch ein Zuviel an Wurst reichern wir eher Cholesterin im Körper an. Was ist damit gesundheitsfördernder? Wohl der Apfel. Außerdem: würden wir zu viele Äpfel essen, dann würde unser Körper entsprechend reagieren, z.B. mit Durchfall und sehr wahrscheinlich keine Langzeitschäden verursachen.  Abgesehen davon, dass wir danach keine Äpfel mehr sehen könnten….Und wie sieht das bei Wurst aus? Mach dir da mal deine eigenen Gedanken dazu.

Ein erstes Fazit

Natürliche Vitamine wirken also stärkend, stabilisierend und gesundheitsfördernd. Unser Körper kennt diese komplexe Form der Vitamine, er hatte ja auch Jahrtausende Zeit, sich ihnen und ihrer Aufnahme anzupassen. Synthetische Vitamine entsprechen in der Regel bei Weitem nicht dem Original. Vielmehr können sie schnell überdosiert werden. Sie sind zur Langzeiteinnahme nicht geeignet und wirken eher belastend als gesundheitsfördernd (s.o. Caret Studie), denn mit der langfristigen Einnahme kann das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall oder Krebs steigen. Selbst Wissenschaftler raten daher auch von der langfristigen Einnahme synthetischer Vitamine ab.

Was ist mit einer Kombination aus synthetischen und natürlichen Pflanzenstoffen?

Es kommt vor, dass synthetische Vitamine mit natürlichen Pflanzenstoffen vermischt werden. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt….

Wie aber kannst Du das erkennen? 

Ein Blick auf das Zutaten-Etikett auf der Rückseite eines Präparates kann Dir Genaueres sagen: synthetische Vitamine sind in der Regel einzeln, häufig mit der E-Nummer oder der chemischen Bezeichnung aufgeführt (z.B. Thiamin, Niacin, Tocopherol etc). Natürliche Vitamine sind in der Regel mit der Quelle der Frucht benannt, z.B. Extrakt / Auszug aus Acerola-Frucht, Sanddorn, etc.. 

Beachte aber, dass es auch die umgekehrte Kombination gibt: Nahrungsergänzungsmittel aus Pflanzenpulver, die zusätzlich mit synthetischen Mikronährstoffen vermischt sind. Aber auch das ersetzt die Natur nicht. 

Am Beispiel der Karotte oder der Aloe Pflanze wird ersichtlich, dass die Wissenschaft bereits je über 200 Inhaltsstoffe entschlüsselt hat, die sich gegenseitig benötigen, um möglichst gut vom Körper aufgenommen zu werden. Es wurde bereits mehrfach versucht, die Aloe z.B. chemisch nachzubauen, bisher ist das aber noch nicht gelungen, weil eben noch nicht alles entschlüsselt ist und so manche Zusammenhänge (noch)nicht erklärt werden können. Die Natur hat die Nährstoffe eben perfekt aufeinander abgestimmt.

Verträglichkeit

Natürliche Vitamine oder Mineralien sind in der Regel besser verträglich. Vielleicht hast Du ja auch schon mal davon gehört, dass Menschen, die z.B. unter Eisenmangel leiden, herkömmliche Eisenpräparate nicht oder nur schlecht vertragen. Ihnen wird häufig übel. Aber hast Du schon mal davon gehört, dass Eisen auch aus dem Curry-Blatt gewonnen werden kann? Also so richtig schön natürlich? Da wird keine Magenschleimhaut angegriffen oder ähnliches. Mit natürlichen Vitaminen ist auch eine bessere Verträglichkeit gegeben.

Aber brauchen wir überhaupt Nahrungsergänzungsmittel?

Das wäre ein Thema für einen weiteren Blogbeitrag. An dieser Stelle sei nur soviel gesagt: Unsere Lebensmittel verdienen oft nicht mehr den Namen “Lebens”-mittel. Sie enthalten deutlich weniger Nährstoffe als noch vor 10, 20 Jahren durch Verarbeitung, intensive Nutzung der Ackerböden, Monokulturen, Gewächshäuser gepaart mit starkem Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden und dergleichen mehr. Die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag zu essen, kommt ja nicht von ungefähr Aber wer schafft das schon? Veganer haben da einen deutlichen Vorteil, da sie sich ohnehin von pflanzlichen Lebensmitteln ernähren (wobei ihnen wiederum dann das Vitamin B12 fehlt).

Können Nahrungsergänzungsmittel das auffangen?

Ich meine, wenn du natürliche Vitamine und Mineralien, also solche, die in einem Komplex vorkommen und so auch verarbeitet werden, zu Dir nimmst, dann ja. Also lieber Eisenkomplex aus dem Curryblatt, Vitamin C aus der Acerola-Kirsche oder der Camu Camu Beere im Komplex oder einen Vitamin B-Komplex (mit Vit. B12) aus Quinoa Keimpulver als isoliert. 

Bei spezifischen Indikationen mag der vorübergehende Griff zu synthetischen Vitaminen in höherer Dosierung erstmal richtig sein – danach sollte aber wieder auf Natürlichkeit zurückgegriffen werden.

Daher ist meine klare Empfehlung, sich zum einen möglichst mit naturbelassenen Lebensmitteln aus nachhaltiger Landwirtschaft zu ernähren und gegebenenfalls ergänzen mit natürlichen Vitaminen im Komplex. Qualität sollte über Quantität stehen.

Denn: Nur die Natur macht die Dinge so perfekt.”

oder aber wie Hippokrates schon sagte:

 “Lass die Nahrung Deine Medizin sein und die Medizin Deine Nahrung.”

Hochwertige natürliche Vitamine findest Du im übrigen hier in meinem Shop mit Dr. Juchheim-Produkten :

Zum Nachlesen:

Dr. med. Jürgen Juchheim, “Die Dr. Juchheim Diät”, 2018

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.