Gedanken aus dem Wohnwagen,  Stressmanagement

#17 Gedanken aus dem Wohnwagen – Braucht hohe Leistung tiefe Entspannung?

Dieser Text ist noch in meiner Zeit, in der ich mit dem Wohnwagen unterwegs war, entstanden. ich finde ihn wichtig, deshalb möchte ich ihn jetzt noch veröffentlichen, auch wenn die Wohnwagenreise seit Oktober beendet ist:

Nach 8 Wochen Reisen bin ich absolut tiefenentspannt. Nichts oder fast nichts kann mich derzeit aus der Ruhe bringen. Das war nicht immer so. Eigentlich wissen wir doch alle, wie Entspannung funktioniert. Trotzdem sabotieren wir uns immer wieder selbst. Hier ein paar Situationen aus meiner Geschichte. Vielleicht kommt Dir die eine oder andere bekannt vor?

  • Zeitweise habe ich in meiner Freizeit, in der ich entspannen wollte, bereits wieder daran gedacht, was ich noch alles erledigen muss, eine Art geistige To-Do-Liste. Das hat mich unter Druck gesetzt. Wann sollte ich das machen? Und zack, da war sie dahin, die Entspannung
  • Oder aber: „Ich kann doch nicht jetzt, wo alle arbeiten, mich entspannen. Dann bin ich doch faul und unproduktiv“. Kennst Du? Was ist aber, wenn Du gar nicht entspannst? Das leert Deinen Akku ratzfatz. Und den wieder komplett aufzufüllen, ist total schwer, zum Teil auch nicht mehr möglich. Eine tiefenentladene Batterie ist halt mitunter hinüber…
  • „Was? Ich soll mich entspannen? Ich hab doch noch gar nichts Richtiges geleistet“. Ja muss ich das? Muss ich schwerwiegende Dinge vorher geleistet haben, damit ich mich überhaupt entspannen darf?
  • „Also wenn ich jetzt tief entspanne, dann weiß ich doch nicht, was der oder die Kolleg:in macht. Könnte ja was daneben gehen.“  Oder „Bevor ich das erst erkläre, mache ich das selber. Dann weiß ich auch, dass es richtig gemacht ist“. Also mal ehrlich: spreche ich da den Kolleg:innen nicht ab, dass sie selbst vernünftig arbeiten? Bediene ich da nicht jedesmal die kleine Perfektionistin in mir?

Wenn ich abends nach Hause kam merkte ich erst, wie müde ich war. Ich konnte mich zu nichts mehr aufraffen. Dadurch dass ich den ganzen Tag gefühlt nur “gerödelt” habe, verlor ich immer mehr Energie und den Kontakt zu mir selbst.

Kommt Dir etwas davon bekannt vor?

Bild: Mohamed Hasan auf Pixabay

Glaube mir, wenn Du hohe Leistung bringen willst, brauchst Du tiefe Entspannung. Das bringt Dich immer wieder in Verbindung mit Dir selbst und Deinen Gefühlen, die Du so besser wahrnehmen kannst. Mit genügend Entspannung auch bzw. gerade während deines Alltages wirst Du viel effektiver sein. Betrachte Entspannung doch mal als Teil Deiner Arbeit. Es ist wie Yin und Yang. Beide brauchen und ergänzen sich. Und gerade wenn Du denkst, Du kannst jetzt keine Pause machen, weil noch so viel zu tun ist, gerade dann ist eine Erholungspause wahrscheinlich absolut wichtig und sinnvoll.

Bild: Privat. Entspannung am Lagerfeuer

Ich höre immer wieder das Argument: „Aber wann soll ich denn das in meinen Alltag einbauen?  Ich habe eh schon viel zu wenig Zeit“. Ein Tipp von mir ist, dass Du Deine Pausen in den Kalender einträgst bzw. längere Termine planst. Erlaube Dir selbst, Deine eigene Entspannungstechnik zu finden. Eine Methode kann nicht jedem gleich gut gefallen und Spaß machen. Was dem einen sein Entspannungsbad ist dem anderen vielleicht eine kurze Dusche mit einem tollen Duschgel, ein Treffen oder Gespräch mit Freunden, Musik hören und dazu tanzen und singen, eine Bollywoodschmonzette anschauen, Sport machen, Meditation einbauen, kleine Pausen für den Alltag finden und auch durchführen. Wichtig ist, dass Du etwas findest, was Dir Spaß macht und es dann auch durchführst.

Ich bin neugierig: Hast Du schon etwas? Dann hinterlasse mir das gerne im Kommentar.

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