Persönliches,  Stressmanagement

Zusammenfassung Blogparade: Wie geht es dir wirklich?

Am 15.11.22 endete meine erste Blogparade “Wie geht es dir wirklich?“. 12 großartige Artikel sind entstanden (inklusive meines eigenen). Mit dieser Resonanz hätte ich nicht gerechnet. Jedes Mal, wenn mir mein Account anzeigte, dass ein neuer Artikel zur Blogparade hinzugefügt wurde, habe ich mich gefreut wie eine Schneekönigin. Es ist genau das entstanden, was ich mir erhofft hatte: Das Thema “Wie geht es dir wirklich?” wurde aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Es sind sehr persönliche Artikel mit unterschiedlichen Statements veröffentlicht worden. Und natürlich hat jede:r ihre/seine eigene, unverkennbare Note eingebracht.

In der Zusammenfassung werde ich jeden Beitrag kurz vorstellen. Es lohnt sich sehr, diese Artikel aufzurufen, komplett zu lesen und auf der jeweiligen Seite etwas herumzustöbern.

  1. Silke Geissen ist Life Coach für Frauen ab 45, Bloggerin, Wortakrobatin, Geschichtenerzählerin und Wahlhamburgerin. Sie prägt in ihrem Beitrag “Alles gut – oh, wie ich es hasse” den Begriff “Alles-gut-ismus“. Ihrer Meinung nach will der Fragende gar nicht wissen, wie es dem Gegenüber wirklich geht, der Antwortende will sich häufig keine Blöße geben. Mit einer “Alles-gut-Antwort” wird Nähe, Authentizität verhindert bzw. weggewischt. Ihre Lösung? Hin zu mehr Verbindung und Nähe. Und auf die eigene Intuition hören.
  2. Julia von “einfachfreileben“, Yogalehrerin, beschreibt in ihrem Artikel “Stress- wenn der Körper streikt” die Zeit vor, während und nach dem Urlaub. Sie zeigt auf, ab wann sie merkt, dass es ihr nicht mehr gut geht, auch wenn sie auf genau diese Frage von anderen immer anders geantwortet hat. Sie zeigt auf, wie sie sich aufmacht, sich um sich selbst zu kümmern, bewusst zu machen, was ihre Energie raubt und was Energie spendet. Interessant auch, dass sie achtsamer Yoga betreibt. Was ihr sonst noch alles einfällt, um den Akku aufzuladen, damit es ihr wirklich gut geht, liest du in ihrem Text.
  3. Rosi vom Blog “Gedankenteiler” fragt sich in ihrem Artikel “Wie geht es dir?”, ob es sich bei der Frage letztendlich nur um eine Einstiegsfloskel in einen Monolog handelt. Sie findet, dass das ein gesellschaftliches Problem ist und dass es einem schlichtweg nicht einfach mal “nicht gut” gehen darf. Sie sieht einen Grund darin, dass das Gegenüber damit nicht klarkommt, bzw. weiß, wie es auf so eine Aussage reagieren soll. Rosi mixt dem Artikel noch zwei Musikvideos zu: “Komplett im Arsch” von Feine Sahne Fischfilet und “Hier kommt Alex” von den Toten Hosen. Das unterstreicht ihre Einstellung zusätzlich.
  4. Jessy ist vom Schreibenblog, einem Blog von und mit (ehemaligen) Schüler:innen einer Schule in der Schweiz. Sie beschreibt in ihrem Artikel “Wie geht es dir wirklich?” wie wichtig es ist, genau zuzuhören, wenn man schon diese Frage stellt. Sie bringt den Aspekt der sozialen Medien mit ein. Dort wird uns suggeriert, wie toll alles ist und wie gut es doch allen geht. Jessy nennt das toxisch, denn es ist kein Abbild des realen Lebens. Vielmehr wird es immer Stolpersteine geben. Ihr Aufruf: Wichtig dabei ist, nie aufzugeben, sich nicht in die Knie zwingen zu lassen.
  5. Heiko Metz, Papa, Autor, Theologe und Dozent hat den Artikel “Wer trägt dich, wenn du nicht mehr kannst?” verfasst. Er beschreibt eine persönliche Situation, die ihn schafft, auch wenn er normalerweise viel aushalten kann. In dem ganzen “Mist” ist für ihn seine Gemeinschaft wertvoll, da er sich so ehrlich äußern kann, wie es ihm gerade passt und raus aus ihm will, die ihn trotzdem oder gerade deswegen trägt und stützt. Es gibt eben solche Situationen, die man nicht alleine packen sollte. Ehrliche Äußerungen und ehrliche Unterstützung in einer wertvollen Gemeinschaft sind da vonnöten.
  6. Antje Spanier, Astrologin, EmotionCode Practitioner und MindFlow Expert, beschäftigt sich ebenfalls in ihrem Artikel „Wie geht es Dir?“ ausführlich mit dem gestellten Thema. Sie überlegt, ob die Frage nur eine Floskel oder eine echte Chance sein kann. Ihre Learnings dazu kannst du im Einzelnen in ihrem Artikel nachlesen. Zum Beispiel ist eines, diese Frage bewusst nicht mehr zu stellen. Oder aber sich selbst den Raum zu nehmen, etwas zu erzählen bzw. abzubrechen, wenn sie selbst danach gefragt wird. Mittlerweile ist sie vom Ärger darüber, dass ja doch niemand wirklich ernsthaft wissen will, wie es einem geht, weggekommen. Für sie kann diese Frage eine Einstiegsfrage, eine Chance für ein tiefergehendes Gespräch sein. Weg vom Smalltalk, den sie gar nicht so sehr liebt.
  7. Lea Finke, Künstlerin mit einem Blick für das Verwundbare, schrieb einen sehr persönlichen Artikel zum Thema. Sie beschäftigt sich mit der “Schönheit im Gebrochenen“. Als Künstlerin setzt sie sich ohnehin mit “der Schicht dahinter oder darunter” auseinander. Das Leben hinterlässt Spuren bzw. Narben, tiefere oder oberflächlichere. Sie gehören zu uns. Leas Einsicht: “Wir dürfen wichtig nehmen, wie es uns geht, wir müssen nichts relativieren, wir dürfen darüber reden – oder schweigen.”
  8. Jasmin Sabine Lotter von Happiemotion überlegt in ihrem Artikel “Warum die rosarote Brille keine Lösung ist“, ob sie als Happiness Trainerin und realistische Optimistin sagen darf, wenn es ihr nicht gut geht. Es könnte ja sein, dass das Gegenüber Schwäche registriert, wenn man sich verletzlich zeigt. Oder vielleicht doch Stärke, weil man in der Lage ist, über seine wahren Gefühle zu sprechen, anstatt sie zu verstecken? Ihr Plädoyer geht hin zu mehr Offenheit, denn das macht für sie” ein Gespräch lebendig, authentisch, tiefgründig. Und ermutigt mich, es ebenfalls zu tun. “
  9. Antje Remke, Autorin und Coach für hochsensible Menschen, untersucht in ihrem Blogbeitrag verschiedene Perspektiven. Ihre einzelnen Leseabschnitte sind zusätzlich mit kurzen Audios versehen. So plädiert sie ebenfalls für wirkliches Interesse frei nach der möglichen Antwort: „Willst du die kurze, die mittellange oder lange Variante hören?“. Im Abschnitt Sichtbarkeit beschreibt sie, dass sie sich auch sehr gut hinter Humor und anderen „Masken“ verstecken kann. Als hochsensibler Coach fragt sie viel, nimmt vieles wahr und beobachtet genau. Dabei vermisst sie die Intensität, das wirkliche Interesse aneinander immer wieder bei ihrem Umfeld.
  10. Stefanie Wittiber-Schmidt, Trauma- und Rolfingtherapeutin, geht in ihrem Beitrag “Wie geht es dir wirklich?” der Frage nach, ob wir tatsächlich immer wissen, wie es uns geht. Vielleicht haben wir uns schon zu sehr an unseren eigentlichen Zustand gewöhnt, dass wir nicht mehr sagen können, was gerade tatsächlich los ist und welche Gefühle bei uns gerade vorhanden sind. Stefanie macht in ihrem Artikel einen kurzen Ausflug in die Kindheit, in der wir womöglich schon Gefühle übergehen / ignorieren mussten. Ihrer Meinung nach gehen wir an die Frage nach unserem Befinden meist mit dem Verstand heran. Es wäre effizienter, unseren Körper zu fragen. Sie beschreibt “Felt Sense”, die gefühlte Erfahrung (unser Körperwissen), sowie eine Übung dazu, durch die wir uns mit unserem Gefühl verbinden können und über die wir uns schnell darüber Klarheit verschaffen können, wie wir uns wirklich gerade fühlen.
  11. Paula Marie Berdrow, Sprecherin und Kommuniktionspädagogin, schaut in ihrem Artikel “Wie geht es dir? Eine scheinbar einfache Frage” auf verschiedene Situationen, in denen es ihr schwerfiel, offen und ehrlich auf diese Frage zu antworten. Sie beschreibt, dass es manchmal gar nicht möglich ist, auf die Frage “Insgesamt” zu antworten. Paula plädiert dafür zu respektieren, wie der / die Gefragte antwortet. Vielleicht kann dein Gegenüber gerade nicht ehrlich antworten, weil es zu schmerzhaft wäre? Oder er / sie will nicht alles preisgeben? Vielleicht ist auch jetzt nicht der richtige Moment, nicht die richtige Atmosphäre, nicht das rechte Vertrauen? Und dann kann die Frage auch einfach unbeantwortet bleiben, weil wir es so wollen.
  12. Mein eigener Artikel “Es.Ist.Nicht.Alles.Gut”. Er ist als Rant, also als Schimpftirade entstanden, weil mich dieses schnelle “Darüberhinwegwischen” so aufgeregt hat. Entweder lasse ich die Frage weg, wenn ich keine richtige Antwort hören will oder ich antworte offen und ehrlich, gerade weil ich will, dass mein Gegenüber raus aus der “Alles-ist-gut-Epidemie” kommt. Ich beschreibe, was alles passieren könnte, wenn wir offen und ehrlich antworten. Um schließlich zu dem Fazit zu kommen: Es ist nicht alles gut. Es ist, wie es ist.

Ein paar Worte zum Schluss

Ein dickes Dankeschön an all euch wunderbare Blogger:innen. Vielen Dank für eure eindeutigen Stellungnahmen, eure sehr persönlichen Noten und eure Offenheit. Es war mir eine große Ehre, all eure Artikel lesen zu dürfen und hoffe, dass ihr euch in der Zusammenfassung wiederfindet.

Ich freue mich, mit euch allen weiterhin vernetzt zu bleiben und weitere großartige Artikel von euch zu lesen.

Ein großes Dankeschön auch an meine Blogmentorin Judith Peters aka Sympatexter, ohne deren Zutun diese Blogparade wahrscheinlich nicht entstanden wäre. Für mich war es zwar die erste, aber mit Sicherheit nicht die letzte Blogparade.

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