Gedanken aus dem Wohnwagen

#4 Gedanken aus dem Wohnwagen – was macht einen schönen Stellplatz aus?

Um an einem schönen, häufig kostenlosen Stellplatz mit dem Wohnwagen zu kommen, nutzen wir eine App. Darin können Reisende eintragen, wo sie über Nacht gestanden haben, wie viel Platz dort ist, ob es was kostet und wenn ja, wieviel, Besonderheiten, Versorgungsmöglichkeiten etc. Über diese App haben wir schon wunderbare – meist kostenlose – Stellplätze jenseits eines überlaufenen Campingplatzes gefunden. Aber jedes Mal, wenn ich eine Beschreibung lese frage ich mich, was für die Person, die den Platz beschrieben hat, eigentlich wirklich wichtig war.  Einmal wurde z.B. ein Stellplatz als ruhig in der Nacht und auch tagsüber beschrieben. Und ich fragte mich: wann war der Mensch dort? Am Wochenende? Bei uns jedenfalls donnerte ab 5:30 ein LKW nach dem anderen vorbei. Unter ruhig verstehe ich etwas anderes.

Welche Anforderungen müssen erfüllt sein?

Viel mehr fällt mir jedoch auf, dass manche Reisende Wert auf bestimmte Dinge legen, die mir nicht wichtig sind oder umgekehrt. Oder aber ein anderes Verständnis von „schön“ haben. Das ist ja auch völlig in Ordnung, aber ich überlege schon, was ich brauche, um einen guten Stellplatz zu finden, der mich glücklich macht. Welche Anforderungen habe ich?

Aktuell stehe ich gerade auf einem (kostenpflichtigen) Campingplatz bei Rheinsberg und der Stellplatz erfüllt für mich so ziemlich alles:

Er ist klein und damit nicht überlaufen, er hat kein Schnickschnack wie Kinder- oder Erwachsenenanimation etc. Lediglich ein paar Duschen und Strom gegen Gebühr, Toiletten, Versorgungseinheiten und einen Zugang zum See. Dabei ist er mitten im Wald und nur über eine kleine Straße nach ca. 2 km Fahrt durch den Wald erreichbar. Es ist absolut still, mich stört kein Auto. Ab und zu höre ich ein motorisiertes Boot, das ist aber auch alles. Und als Goodie hat der Platz noch einen Brötchendienst und zu bestimmten kurzen Zeiteinheiten freies W-Lan. Richtig cool. Und genau genommen bräuchte ich nicht mal die Möglichkeit von Strom, Toilette und Dusche, da wir autark stehen können. Wir müssen lediglich ab und zu eine Versorgungseinrichtung anfahren, um Wasser nachzufüllen und die Toilette zu entleeren.

Du siehst, mir ist es also wichtig, Natur genießen zu können und es ruhig zu haben. Heute Morgen bin ich sogar lange liegen geblieben, weil ich dachte, es wäre noch gar nicht so spät, so ruhig war es.

Wieviel brauche ich, um glücklich zu sein?

Um im Urlaub glücklich zu sein, benötige ich also nicht viel. Ich kann stundenlang (oder etwas weniger) ins Wasser schauen und beobachten, was da alles los ist oder die Form eines Baumes anstarren, oder den Himmel beobachten(siehe #2 „Gedanken aus dem Wohnwagen“). Das entschleunigt mich total und ich merke, wie wenig ich eigentlich benötige. Auch das ist sehr entlastend.

Wobei: ich bin keine Heilige. Auch ich genieße mein Gläschen Rotwein oder habe gerne einen bequemen Stuhl. Und ich zelte auch nicht mehr, das ist allerdings dem Alter und den kaputten Knien geschuldet. Es ist wahrscheinlich immer wieder witzig mitanzusehen, wie ich mich von der Bodenlage ins Stehen begebe (ein Käfer ist nix dagegen!).  Ich genieße es nach einer gewissen Zeit, meine Wäsche in eine Waschmaschine zu packen und sie frisch wieder anziehen zu können. Aber es macht mir auch genau das immer wieder bewusst: die kleinen Dinge schätzen zu lernen.

Auch im Stressmanagement geht es darum: achtsam mit seinen Ressourcen umgehen und sie schätzen können. Das hilft Dir beim „Entstressen“. Wie sieht das bei Dir aus? Was machst Du für ein positives Stressmanagement? Oder brauchst Du noch Anregungen? Dann schau mal in meine Blogartikel. Dort findest Du einige fachliche Artikel dazu. Oder abonniere meinen Newsletter, der demnächst erscheint.

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