Gesundheit,  Persönliches,  Stressmanagement

Stressmanagement? Brauche ich doch nicht.

….ich muss mich nur mehr disziplinieren und mehr Pausen machen, dann passt das schon.

Wie kommst Du zu dieser oder einer ähnlichen Annahme?

Glaub mir – so oder so ähnlich – das waren früher auch meine Argumente. Und wenn ich mal stöhnte, weil mir einiges zu viel wurde, dann sah ich mich einer Welle von gutgemeinten Ratschlägen gegenüber. Trotzdem blieb in meinem Kopf hängen, dass ich ja ohnehin nichts an meinem Stresslevel ändern kann, die Arbeit ist halt nun mal so, wie sie ist. Und überhaupt: Habe ich nicht erst letzte Woche versucht, zu meditieren? Und was hat es mir gebracht? Nichts, außer dass wieder Zeit weg war, die mir an einer anderen Ecke fehlte. Hätte mir jemand den Rat gegeben, mal tief durch zu atmen oder zum Ausgleich etwas Sport zu machen, dann hätte ich nur verständnislos gefragt: Und woher soll ich mir die Zeit dafür nehmen? Weißt Du eigentlich, was ständig bei mir los ist? Sowohl in der Arbeit, wie auch privat?

Und dann noch die Freunde, die ja auch bedient werden wollen und um Gefälligkeiten bitten, die ich bereitwillig übernommen habe. Kann doch die Erika nicht hängen lassen mit ihren drei Kindern. 

Stress gehörte zu meinem Alltag und ich fühlte mich wie in dem viel zitierten Hamsterrad oder Sisyphos bei der Arbeit: Kaum hatte ich etwas erledigt, schon wartete die nächste Aufgabe auf mich und in meinem Kopf war immer die Stimme: Organisiere dich doch einfach besser, dann könntest du der Erika auch noch helfen.Die ist doch ohnehin schon so überlastet. Pause machen? Na ja, in der Zeit könntest Du aber noch schnell den Müll rausbringen, schon mal zum Kochen anfangen… Erst mal das erledigen, Pause kannst Du hinterher machen.

Kennst Du? Dann herzlich willkommen im Club. Ach ja, in der Zeit, in der Du diesen Artikel hier liest, könntest Du doch eigentlich noch……

Meine (ungesunden) Wege aus dem Stress

Aber Spaß beiseite. Ich habe mich natürlich in der damaligen Situation gefragt, woran das liegt: ein Gefühl von permanenter Überlastung. Meiner Kollegin ging es offensichtlich nicht so. Die hatte noch Zeit für 1000 andere schöne Sachen. Stimmt, die hatte kein kleines Kind zu Hause und ein Zweitstudium neben der Arbeit auch nicht. Ob es nur daran lag?

Ich ertappte mich dabei, wie ich von einem Wochenende zum nächsten hechelte, nur um mich – vermeintlich – vom Stress zu erholen, während ich den Hausputz zu erledigen meinte. Um am Montag wieder ins gleiche Boot zu hüpfen.

Urlaub machte ich, um meine Batterien wieder aufzutanken, um sie hinterher wieder blitzschnell zu entleeren und mich nach , na sagen wir 2 Wochen zu fragen: Urlaub? Wann war der letzte gleich noch mal?

Bis es mir eines Tages den Boden komplett unter den Füssen wegzog, ich nur noch heulend in einer Ecke saß und zu nichts mehr fähig war. Nicht mehr fähig, morgens aufzustehen, mir einen Kaffee oder Tee zu kochen (Wasser tut´s ja auch) und das Gefühl zu haben, nie mehr wieder in meinem Leben Freude empfinden zu können oder überhaupt lebendig zu sein. Ab diesem Zeitpunkt forderte mein Stress, den ich ja offensichtlich nur gepflegt, nicht aber bewältigt bzw. gut gemanagt hatte, meine volle Aufmerksamkeit.

Ich hoffe, Du bist davon noch meilenweit entfernt!

Aber was hilft?

Mit einer guten Therapie habe ich beispielsweise gelernt: Veränderung beginnt im Kopf. Lediglich gute Vorsätze, wie eben “Ich muss mich einfach nur besser organisieren – ab Morgen” reichten noch lange nicht für mein gesundes Leben. Warum? 

Photo by Andrew Martin on Pixabay

Tja, eigentlich ist die Erklärung ganz einfach: Die Natur hat unser Gehirn so geformt, dass es für uns immer nur Gutes will und uns auch schützen will. Dazu gehört unter anderem auch, bekannte Wege einzuschlagen, um Energie zu sparen. Erika fragt dich z.B., ob Du nicht mal auf ihre Kinder aufpassen kannst, damit sie Zeit für sich hat und sich etwas Gutes tun kann und Zack! Schon sitzt Du wieder in der Falle. Dein Gehirn sagt schneller Ja, als Du es denken kannst, weil Du das sonst ja auch machst – der armen Erika helfen. Und bist Du nicht auch beliebt und geschätzt, wenn Du in der Arbeit noch etwas übernimmst, was vielleicht auch ein anderer hätte machen können? Hat Deine Zunge nicht etwa zu schnell gesagt: “Kein Problem, das kriege ich schon hin”, obwohl Du eigentlich kürzer treten wolltest?

Neurobiologisch gesehen haben Deine Vorsätze alleine absolut keine Chance. Vielmehr musst Du dein Denken verändern und alt bekannte (oder eben nicht bewusst bekannte) Glaubenssätze auflösen. Das führt dich raus aus deiner Komfortzone, in der Du dich (und natürlich auch Dein Gehirn) wohlfühlst. Das macht im ersten Moment Angst, weil Du unbekanntes Terrain betrittst und nicht genau weißt, was Dich erwartet. Oder weil Deine Ängste dich schon so lange begleiten und dich möglicherweise vor bestimmten Dingen geschützt haben (z.B. vor peinlichen Situationen). Das Erkennen und bewusst machen ist das eine, das Verändern die andere und längere Angelegenheit. In dieser Phase bist Du Deinen eigenen Selbstzweifeln ausgesetzt. Da sagt eine Stimme im Kopf so komische Sachen wie “Das hat doch eh keinen Sinn, du kannst daran nichts verändern”.  Außerdem lässt du dich immer noch leicht von der Meinung anderer beeinflussen, bis Du schließlich lernst, auf deine eigene Meinung zu achten, Probleme anzugehen, neue Skills zu lernen und damit deine Komfortzone auszuweiten. Erst nach dieser Phase schließlich kannst Du neue Aufgaben angehen, z.B. die Situation, immer wieder mal “Nein” zu sagen.

Gib Dir Zeit und sei nicht so streng mit Dir.

Du siehst also, Du musst so nach und nach alte Denkmuster durch neue ersetzen und andere Wege beständig gehen. Nur weil Du in Deinem Leben dreimal meditiert hast, wirst Du noch lange nicht die Erleuchtung finden und Buddha gleich werden. Das muss viel öfters und regelmäßig passieren, so dass in Deinem Gehirn durch zaghafte Schritte sich erste Trampelpfade und schließlich ein neuer Weg entwickelt. Routinen, die für dich und deinen Alltag passen, das benötigst Du. Und Du musst in die Umsetzung kommen. Einmalig ein Schaumbad am Abend, während Dein Kopf noch voller Gedanken ist, die einfach keine Ruhe geben wollen – das ist nicht der Weg zu einer dauerhaften Lösung. Es ist ein Anfang, der weitergehen muss.

Und glaub mir, Dein Gehirn macht das mit, wenn Du beständig am Ball bleibst. Es wird erkennen, dass es seinem Menschen gut tut und sich letztendlich die investierte Energie auszahlt.

Was brauchst Du also? 

Photo by Denny Franzkowiak on Pixabay

Du brauchst sicherlich keine Ratgeber und 1000 Empfehlungen, die dich schon stressen, wenn Du sie nur hörst.

By the way: Ich dachte, Yoga wäre für mich wie für viele andere das Mittel der Wahl! Um dann in zwei Stunden zweimal umzukippen, weil ich es so sehr wollte, mein Kopf aber nicht. Daher entfiel für mich zu diesem Zeitpunkt Yoga. Und auch Meditation lerne ich erst jetzt so richtig zu schätzen. Es muss also die richtige Anregung zum richtigen Zeitpunkt sein. Dafür ist ein Coach, der sich mit Stressmanagement und Burnoutprävention auskennt, sicher ein geeigneter Begleiter, der Dir helfen kann, 

  1. Deine Bedürfnisse zu erkennen
  2. Glaubenssätze bewusst zu machen und sie zu verändern
  3. Dich aus deiner Komfortzone weg zu bewegen hin zu einer Zone, in der Du wachsen und dich um dich selber kümmern kannst
  4. wie Du eigene Ressourcen erkennen und nutzen lernst
  5. Nein-sagen können
  6. zu Genuss im Leben zurück zu finden
  7. zu reflektieren und Veränderungsprozesse anzustoßen
  8. Stress zu akzeptieren und ihn zum Freund zu machen
  9. ….

In mir findest Du einen solchen Coach, denn glaub mir, meine eigene Erfahrung hat mich angetrieben, andere Menschen zu unterstützen, nicht da zu landen, wo ich war, sondern viel eher schon die Handbremse zu ziehen.

Und ganz ehrlich, während ich das so schreibe, merke ich: ich könnte auch mal wieder Dinge abgeben. Ich muss nicht alles alleine machen und Du auch nicht. Lass Dich unterstützen.

Schreibe mich noch heute an, dann kannst Du überprüfen, ob Du mit mir arbeiten möchtest. Ich freue mich auf Deine Nachricht!

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