Persönliches,  Rückblicke

Jahresrückblog 2020: Raus aus der Komm-fort-Zone – rein ins Leben

Ach ja, das Jahr 2020, das war schon was ganz Besonderes – in jeder Hinsicht. Ich glaube, wenn ich diesen Jahresrückblick nicht schreiben würde, hätte ich mich nicht damit auseinandergesetzt, was alles los war. Wahnsinn, was sich verändert und bewegt hat:

Mit meiner Familie habe ich den Jahreswechsel auf Gili Air, einer Insel zwischen Bali und Lombok, erlebt. Wir haben dort bereits weitere Reisepläne, vor allem für mein bevorstehendes Sabbatjahr geschmiedet. Reisen gehört zu meinem Lebenselixier und wann immer es möglich ist, sind wir weg. Da mussten wir in diesem Jahr echt umdenken.

Ich habe zwei schwierige OP´s wegen meines Lipödems gehabt, die mich bis heute noch beschäftigen. Unter anderem deswegen war “Gesundheit” eines meiner Themen.

Corona hat uns alle völlig unvorbereitet getroffen. Ein Umdenken in vielerlei Hinsicht war nötig und so manche digitale Herausforderungen musste ich aus dem Weg räumen. Ist mir nicht immer leicht gefallen, das kann ich Dir sagen, aber es hat sich gelohnt. Genauso wie mein Entschluss, an der Sympatexter Academy von Judith Peters teilzunehmen. Hätte ich ohne Corona wahrscheinlich nicht gemacht und meine Webseite würde immer noch nur in meiner Vorstellung existieren. Auch in meiner Tätigkeit als Schulsozialarbeiterin ist einiges anders geworden. Ich denke, “vorsichtig unvorsichtig” umschreibt das sehr gut.

Was wäre mein Motto für 2020 gewesen?

Ein Motto? Hatte ich nicht. Aber welches wäre es rückblickend gewesen?

Ich denke, wenn ich mir zu Beginn 2020 eines ausgesucht hätte, dann wäre es sicherlich – ohne vorher etwas über Corona zu wissen – “Gesundheit” gewesen.

Warum? Ich bin Lipödem Patientin und hatte bereits vier OP´s hinter mich gebracht in der Hoffnung, dass es damit auch erledigt sei. Dem war leider nicht so. Nach einer Untersuchung war klar, dass mir noch zwei weitere OP´s in 2020 bevorstehen, um endlich wieder fit und gesund zu werden und um ohne Probleme in mein bevorstehendes Sabbatjahr gehen und wir die Reisen, die wir geplant hatten, machen zu können.

Gottseidank konnte ich beide OP´s Anfang 2020 noch durchziehen, die Heilung zieht sich allerdings bis heute hin und hat mich im gesamten Jahr sehr beeinträchtigt. Auch ohne Corona wäre “Gesundheit” sicher mein Motto gewesen.

Jetzt haben sich die Nachfolgen des Lipödems gezeigt: Da ich bereits im Stadium 3 war / bin, war die Belastung auf meinen Knien jahrelang sehr groß. Diese sind jetzt kaputt und müssen relativ schnell operiert werden. Jetzt? Zu Coronazeiten? Und zu einem Zeitpunkt, wo mein Sabbatjahr beginnt?

Der Kampf geht also weiter und eigentlich könnte ich mein (gedachtes) Motto beibehalten. Allerdings möchte ich dieses Jahr nicht so sehr den Fokus drauf legen und mir ein anderes Motto geben.

Urlaub auf Bali und Lombok (13.12.19 – 13.01.2020)

Vor einem Jahr haben wir uns zu einem vierwöchigem Urlaub gemeinsam mit unserer erwachsenen Tochter und mit Rucksack entschieden. Relativ schnell war für uns klar, dass wir in eines unserer heißgeliebten Fernziele reisen wollten, Indonesien, und da speziell nach Bali und Lombok. Für uns das erste Mal, dass wir Weihnachten und Neujahr unter Palmen verbringen wollten.

Unvergessliche Eindrücke nahmen wir mit nach Hause. Obwohl wir schon einige Male in Indonesien waren, machen wir viele Dingen das erste Mal: Weihnachten und Neujahr verbrachten wir beide Male barfuß am Strand mit kurzen Klamotten und indonesischem Essen statt Braten und Knödel, wir fuhren 1,5 Stunden Speedboat (Kotzfaktor garantiert) statt Public Boat, wir probierten neues indonesisches Essen neben Mie Goreng und Cap Cay (ich liiiebe es) und das größte Erlebnis, das mich aus meiner Komfortzone brachte war, dass ich den Tauschschein machte (siehe weiter unten). Wir kamen am 13. Januar zurück und waren beseelt von den ganzen Eindrücken. Schwer, wieder im Alltag anzukommen, der bei mir direkt zwei Tage später startete.

Auch heute noch zehre ich von den Erlebnissen und bin dankbar, dass wir diese gemeinsame Reise noch machen konnten. Hier findest Du einen kleinen Eindruck:

Nur dicke Beine? Meine Lipödem OP´s

Ich bin Lipödem Patientin und das ist großer Mist (um das Sch-Wort zu vermeiden). Wer nicht weiß, was das ist: es ist eine krankhafte Fettverteilungsstörung, begleitet von Schmerzen, blauen Flecken, motorischen und psychischen Beeinträchtigungen und dergleichen mehr.

Kurz und gut: Dem Lipödem ist in meinem Leben einiges zum Opfer gefallen: Wandern ist kaum mehr möglich, Motorradfahren musste ich einstellen, da mir die Beine beim Fahren eingeschlafen sind, Essensrunden, zu denen ich koche, müssen gut geplant werden und noch vieles mehr. Nach einem langen Kampf mit meiner Krankenkasse wegen der Kostenübernahme habe ich mich vor ca. 1,5 Jahren operieren lassen und zwar vier mal (tja, Stadium 3 lässt grüßen) in relativ kurzen, aber vertretbaren Abständen.

Ende letzten Jahres begann dann die Testphase, wie ich in unserem Rucksackurlaub auf Lombok und Bali zurechtkomme. Leider waren immer noch Schmerzen vorhanden. Das Lipödem, das gemeine Biest, hat sich seinen Weg zum Rücken gesucht und mir dort Schmerzen verursacht.

nach der OP-eingepackt wie ein Michelin Männchen

Und auch in den Beinen waren noch Schmerzen vorhanden. Bei weitem nicht mehr so stark, wie am Anfang ( auf Scootern als Beifahrerin mitzufahren war immerhin möglich), aber dennoch. Also bekam ich noch zwei weitere OP Termine: einen Ende Januar und einen Anfang März, kurz bevor Corona uns so richtig im Griff hatte.

Die letzte und sechste OP war sehr schmerzhaft und heilte auch ganz lange nicht. 1/4 Jahr war ich krank geschrieben und ich musste mich wirklich Stückchen für Stückchen zurück kämpfen. Ich hoffe inständig, dass die Verabschiedung von meinem Operateur für immer war. Auch wenn ich weiterhin Kompressionen tragen muss (das sekundäre Lymphödem und auch das Lipödem ist bei mir geblieben), so sind die Schmerzen durch das Lipödem deutlich zurück gegangen. Ich kann nur allen Mitstreiterinnen zurufen: Macht frühzeitig was dagegen und Fuck Lipödem!

Eine neue Welt unter Wasser

Irgendwo in dem ganzen Haufen auf meinem Schreibtisch gibt es eine Bucketliste, also all das, was ich noch tun will. Dazu gehört unter anderem der Tauchschein. Meine Familie (Göttergatte und Tochterkind) haben beide ihren Tauchschein vor ca. 12 Jahren gemacht, da war unsere Tochter ca. 9 oder 10 Jahre alt (echt jetzt? so lange ist das schon her?). Ich weiß noch, dass ich immer den Erlebnissen, die die beiden unter Wasser hatten, ganz neugierig gelauscht habe. Allerdings habe ich mich bis zu unserem Urlaub über Weihnachten und Neujahr immer davor gescheut, denn einen Tauchanzug, in dem meine Beine gepasst hätten, den hätte man maßschneidern müssen. Also begnügte ich mich immer mit Schnorcheln. Sicher, das war auch jedes mal toll, aber wenn ich die Erzählungen hörte, war weiter unten alles größer, bunter, vielfältiger und beeindruckender.

Nun kamen wir also in unserem Urlaub zu der Tauchstation Oceans5Dive auf Gili Air. Tochterkind und Göttergatte wollten den nächsten Tauchschein machen, ich eigentlich nur schnorcheln (wie immer halt). Mein Mann fragte dann aber so nebenbei (ohne mit mir das vorher abgesprochen zu haben), ob ich denn dort auch meinen Tauchschein machen könnte. Mir blieb echt das Herz stehen und alle Ausreden, die ich hatte, wurden zerstreut. Und was war am Ende? Ich war angemeldet. Und das Ganze sollte noch auf Englisch stattfinden. What? Mein Englisch ist, na sagen wir mal, zwar vorhanden, aber nicht so dolle…..

Kurz nach dem Tauchen – erschöpft aber glücklich

Kurz und gut: Ich hatte einen belgischen Tauchlehrer mit einem spanischen Assistenten. Wir waren nur zwei Tauchschüler, am Ende war ich alleine mit den beiden Tauchlehrern (der andere wurde vom Inhaber der Tauchschule nach einigen unpassenden rassistischen Bemerkungen kurzerhand rausgeschmissen). Also was sollte mir mit zwei Tauchlehrern, die nur für mich da waren und von denen einer auch noch Jesus hieß, schon passieren?

Und trotzdem: ich hatte zu kämpfen und dabei war mein Englisch noch das kleinste Problem. Vielmehr hatten meine Beine trotz der Lip OP´s noch ziemlichen Auftrieb und machten manchmal, was sie wollten. Vor allem beim Safety Stop. In einer bestimmten Tiefe machst Du nach dem Tauchgang einen Dekompressionsstopp. Dabei musst du nur ruhig im Wasser stehen bleiben. Nicht so meine Beine. Dem Auftrieb folgend wollten meine Beine immer wieder nach oben und um die Höhe halten zu können, machte ich Rollen vorwärts und rückwärts. Ich glaube, ein Anblick für Götter. Meine Tauchlehrer fragten mich, was ich denn verdammt nochmal da mache? Sie haben es nach meinen Erklärungen verstanden, aber es muss ein Anblick für Götter gewesen sein – die zwei Profis standen ganz stoisch im Wasser und ich machte eine Rolle nach der anderen, konnte aber die Höhe halten, und das war das Wichtigste. Und beide feuerten mich stets an und feierten jeden noch so kleinen Erfolg. Das Ende vom Lied – ich bekam schließlich meinen Tauchschein und die beiden waren, glaube ich, auch stolz. Eine Erfahrung so weit von meiner Komfortzone weg, dass ich danach erst mal Urlaub brauchte!

Corona – nur Bockmist oder doch nicht?

Am großen Coronathema kommt in diesem Jahr wohl keine vorbei. Und ja – selbstverständlich hat es mich beeinflusst. Während des ersten Lockdowns allerdings war ich ohnehin krankgeschrieben (Lipödem OP) und musste zu Hause bleiben.

Da hat mir der Beruf bzw. das Arbeitsfeld meiner Tochter (Physiotherapeutin) viel mehr Kopfzerbrechen bereitet. Sie war dem Coronathema jeden Tag ausgesetzt. Von fehlenden Masken bis hin zu “Ups, wir haben kaum mehr Desinfektionsmittel” waren so ziemlich einige Szenarien dabei.

In dieser Zeit habe ich übrigens mit mir selbst den Deal gemacht, maximal einmal am Tag Nachrichten zu hören oder zu schauen, weil mich das Bombardement an schlechten Nachrichten dermaßen heruntergezogen hat, dass ich das Gefühl hatte, mich in einen Abwärtsstrudel zu befinden. Ebenfalls habe ich gnadenlos meine Freundesliste auf Facebook entmüllt. Verschwörungstheorien oder negative Nachrichten wollte ich nicht noch zusätzlich lesen.

Und mit großem Erstaunen habe ich mich gefragt, worüber sich unsere Gesellschaft definiert, bzw. was wichtig ist: Toilettenpapier und Nudeln anscheinend. Unglaublic!. Und als ich irgendwann doch auch mal so langsam daran denken musste, Toilettenpapier einzukaufen (weil irgendwann geht es halt mal zu Ende), da lief ich mehrmals in den Supermarkt, um eines zu ergattern. Verrückt! Ich habe auch nicht verstanden, warum man sich im Ernstfall ausgerechnet von Nudeln ernähren will und nicht von Hülsenfrüchten, die mir zumindest genug Eiweiß liefern und nicht nur leere Kalorien.

In der Zeit meiner Krankschreibung und des Lockdowns, habe ich mir überlegt, dass ich doch endlich mal meine Homepage aufbauen könnte anstatt die Wohnung auszuräumen, wie das so viele getan haben. So schaute ich mich um, es gab ja Unmengen an online-Kursen, die auf einmal aus dem Boden gestampft wurden. Ich aber landete bei Sympatexter Judith Peters. Und fing an zu bloggen. Crazy, oder? Ich und bloggen?

Ich begann, mein Geschäft zu planen, meinen Fokus zu setzen, Sommerkurse mit zu machen, meinen Impulsvortrag vorzubereiten, um jetzt schließlich die ersten Schritte für meinen ersten online-Kurs zu gehen. Also eigentlich hat das Virus mein Geschäft total beeinflusst und zwar zum Positiven.

Mit meinem zweiten Standbein, dem Network Marketing bei der Dr. Juchheim GmbH, war ich immer viel auf Messen oder machte live Präsentationen. Das brach durch Corona komplett weg und ich vermisse es total. Ich bin zwar auf online Präsentationen, Telefonieren und WhatsApp Partys umgestiegen, aber das ersetzt für mich nicht den direkten Kontakt. Ich freue mich, wenn “face to face” wieder möglich sein wird – irgendwann.

Neue Maskenpflicht

Und in meinem “Brotjob” als Schulsozialarbeiterin fing ich nach einem Vierteljahr Krankschreibung und Wiedereingliederung zaghaft langsam und unsicher wieder an. Neu für mich und eine echte Herausforderung: Körpersprache mit Maske zu interpretieren. Am Anfang fand ich das echt schwer und mein kleiner komfortabler Schweinehund in mir sträubte sich, das zu lernen. Mittlerweile fällt es mir leicht, denn ich habe festgestellt: so viel anders ist es nicht. Die Augen sind ohnehin das Wichtigste und die sind ja noch frei. Allerdings finde ich die Arbeit an der Schule “vorsichtig unvorsichtig”. Das heißt: ich berate, betreue und begleite Projekte nicht nur in einer Jahrgangsstufe, sondern übergreifend.

Und ganz ehrlich: ich wusste vorher schon, dass LehrerInnen einen guten Job machen, aber das, was jetzt abverlangt wird, ist schon echt enorm und bedarf einer gewissen Resilienz.

Home Office mag zwar anfänglich verlockend gewesen sein, mittlerweile finde ich das überhaupt nicht mehr so prickelnd. Die Grenze zwischen Arbeit und Privat verschwimmt total, ich sitze viel länger als sonst am PC oder Telefon und mir fehlt der Austausch und die echte Begegnung mit meinen KollegInnen, den SchülerInnen und LehrerInnen. Ganz zu schweigen von den Rückenschmerzen und dem Mausarm…. Und ich habe auch begriffen, das Corona und die ganzen Beschränkungen auch bereits jüngere SchülerInnen stark beeinflusst und bei ihnen große Ängste verbunden mit Schlaflosigkeit auslösen kann.

Ein Glaserl Wein am Abend….

Was mir jedoch sehr zu schaffen macht sind die eingeschränkten Kontakte zu meiner Familie, die in Bayern lebt. Nach fast einem Jahr konnten wir uns im Sommer 2020 auf unserer Reise mit dem Wohnwagen endlich wieder sehen. Auch hier alles sehr vorsichtig, da meine Eltern beide eine Lungenvorerkrankung haben und natürlich auch nicht mehr die Jüngsten sind. Gut, dass wir im Wohnwagen schlafen konnten und sie mit unserer Übernachtung nicht belasten mussten. Umso schöner aber das Grillen am ortseigenen Badeweiher und die Gläser Wein, die wir abendlich trinken konnten. Etwas Positives hat die Situation: meine Mutter hat (mehr oder weniger) gelernt, mit meinem alten Smartphone soweit umzugehen, dass sie zumindest die Bilder unserer Reise sehen konnten und in gewisser Weise teil haben konnten.

Insgesamt hat sich meine Situation durch Corona schon sehr verändert: War ich letztes Jahr um diese Zeit damit beschäftigt, welche Reiseroute wir nehmen, welche Fähre etc., so ist mein Kopf heute auch voll mit Plänen, aber doch komplett anders: wie plane ich meinen online-Kurs, meinen Impulsvortrag, was kommt in meinen Jahresrückblog, was plane ich für meine online Adventskalender vor, und so weiter. Corona ist somit sicher auch Teil meiner Geschichte geworden

Meine Entdeckung des Jahres: Sympatexter Academy

Wie bereits beschrieben wollte ich während meiner Krankschreibung die Zeit lediglich nutzen, um meine Homepage endlich mal in Angriff zu nehmen. Dabei bin ich letztendlich über Sympatexter Judith Peters gestolpert. Sie bot einen Word Press Workshop in ihrem Trimester an. Da mich die anderen Themen auch interessierten, buchte ich kurz entschlossen das Trimester und habe mittlerweile sooo viel mehr gelernt: ich habe meine Freude am Schreiben entdeckt, habe die eine oder andere digitale Herausforderung gemeistert, worauf ich echt stolz bin, habe vieles über die verschiedenen Seiten der Homepage gelernt, habe an Challenges teilgenommen und liebe es immer noch, Mitglied der Sympatexter Academy zu sein. Ziel war bzw. ist es unter anderem wöchentliche Blogartikel zu veröffentlichen mit dem Ziel, Content zu schaffen, über den mich die LeserInnen auch kennenlernen können. Was für eine Überwindung für mich, ich so zu präsentieren: den allerersten Artikel habe ich erst Wochen später online gestellt, weil ich immer wieder daran herum feilte und er mir nicht gut genug erschien. Mittlerweile drücke ich viel schneller auf den “Veröffentlichen” Button.

Außerdem habe ich meine Buddy Judith Pfeiffer dort kennen gelernt und ihre Unterstützung ist für mich echt Gold wert. Wenn es irgendwie geht, dann zoomen (noch so ein digitales neues Ding) wir wöchentlich, auch, als ich im Sommerurlaub war. Und war das Netz gerade schlecht, dann haben wir zumindest telefoniert.

Mit ihr habe ich die Bloggingweek gemacht: 8 Artikel in einer Woche. Was für eine Lernerfahrung! Zum Beispiel Artikel auch dann veröffentlichen, wenn sie meiner Meinung nach noch nicht perfekt sind. Aktuell machen wir noch die Adventsblogchallenge: Während der Adventszeit jeden Tag einen kleinen Post oder Blogbeitrag auf Instagram, Facebook, Pinterest und unserer Homepage online stellen. Bei mir ist daraus ein digitaler Adventskalender geworden (auch eine neue digitale Lerneinheit).

Ich habe außerdem meine Homepage unperfekt veröffentlicht, was mich ebenfalls viel Überwindung gekostet hat. Vor der Sympatexter Academy hätte ich sicherlich nichts online gestellt, bevor nicht meine Homepage komplett steht. Momentan ist sie immer noch unvollständig, aber der Blog füllt sich und ich arbeite an den anderen Seiten, wann immer ich Zeit habe.

Aus den Blogartikeln haben sich drei herauskristallisiert, die für mich persönlich wichtig sind:

Meine drei Lieblingsartikel
  1. Bist Du vegan oder warum isst Du so komisch?” Mich vegan zu ernähren ist für mich zum einen eine Frage der Gesundheit, aber auch eine Frage der Verantwortung für meine Umwelt. Mich nerven die Kommentare, denen ich immer wieder ausgesetzt bin und auch dass ich oft das Gefühl habe, mich rechtfertigen zu müssen. In diesem Artikel habe ich mir das mal von der Seele geschrieben – ein sehr persönlicher Artikel.

2. “Meine Kraftorte in Bildern”: Dieser Artikel ist im Rahmen der Bloggingweek mit Judith Pfeiffer entstanden. Darin beschreibe ich, was für mich Kraftorte sind und wo ich die finde. Ebenfalls ein persönlicher Artikel.

3. “Stressmanagement? Brauche ich doch nicht….”: Hier findest Du meine Gründe, warum ich als Coach für Stressmanagement und Burnoutprävention arbeite (inklusiver eigener Erfahrungen). Und auch das ist wieder ein sehr persönlicher Artikel.

Sommerurlaub im Wohnwagen

Nach der ersten Coronawelle und meiner Wiedereingliederung stand unser Sommerurlaub an. Wohin aber reisen? Und wie? Wir entschieden uns für einen Urlaub im Wohnwagen aus verschiedenen Gründen: Wir sind flexibel und können jederzeit weiterfahren, wir können autark stehen und kommen mit niemanden in Kontakt, wenn wir wollen, wir sind fast ausschließlich im Freien, wir leben frei und selbstbestimmt. Also was Besseres schien es in dieser Zeit nicht zu geben.

Unsere Tour führte uns durch 5 Länder: Österreich, Ungarn, Kroatien, Slowenien, Italien und wieder zurück über Österreich nach Deutschland. Und ich muss sagen: Es war so ein schöner Urlaub. Wir lernten viele unterschiedliche Menschen kennen: sei es Franz in Österreich, der eines der ersten Hütehunderudel schaffen will, Hans am Plattensee, der seit 20 Jahren an ein und denselben Stellplatz kommt und jetzt, da er in Rente ist, sich vorstellen kann, mehr als nur ein Monat hier zubleiben. Oder Eva in Kroatien, die ihr Grundstück jetzt für Camper aufmachte, weil sie einfach ihr Englisch verbessern wollte, oder der italienische Campernachbar in Venetien, der selber lange in München gelebt hat und nun in seiner Heimat Urlaub macht, weil er vorher nie Zeit dazu hatte oder, oder , oder. Und all die schönen Fleckchen Erde, wie der Standplatz an einem Gebirgsbach in der Nähe vom Attersee in Österreich. Das Wasser war ar…kalt, aber die Ecke total schön.

Oder die Plitvicer Seen, die unter Coronabedingungen offensichtlich so leer waren, wie noch nie. Oder Venetien. Oder der Attersee- so traumhafte Orte und Gegenden, die nach Erholung schrien.

Was hat der Urlaub mit mir gemacht? Ich konnte wieder relaxter an meine Aufgaben herangehen, konnte ausprobieren, ob ich auch während des Urlaubes online gehen mag bzw. ob das überhaupt funktioniert (hat es nicht, muss dringend noch meinen Anbieter wechseln). Ich habe wieder Demut kennengelernt, als ich die vielen schönen Erlebnisse und Begegnungen hatte und ja, ich konnte mich durchaus auch entspannen. Diese Art Urlaub zu machen war für uns allerdings auch eine Generalprobe für unser bevorstehendes Sabbatjahr. Wir wissen nach wie vor noch nicht, ob Reisen dann möglich sein wird und wenn ja, wohin und wie. Den Test haben wir und der Wohnwagen bestanden und wer weiß -vielleicht wird es doch eine Europatour mit dem Wohnwagen?

Sommerkurse

Im Sommer fanden auch diverse kostenlose Sommerkurse statt. Ohne Mitglied der Sympatexter Academy zu sein, wäre ich sicherlich nicht darüber gestolpert. Ein super tolles Angebot an kostenlosen Betakursen von tollen Frauen. Ein Kurs besser wie der andere und ich konnte mich echt nicht entscheiden. Also habe ich kurzerhand fünf (!!) belegt. Hatte ja Urlaub und ich dachte, die Module kann ich dann abrufen, wenn ich Zeit hatte. Allerdings hat mir das Internet immer wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht und so kam ich zeitweise schon fast in Stress, da ich, sobald ich Netz und Zeit hatte, möglichst viel abrufen wollte.

vier der 5 Sommerkurse

Was waren das für Kurse? Bei “Business Selfies” mit Antje Gildemeister lernte ich mit meinem Smartphone Selfies so zu fotografieren, dass ich sie im besten Falle auf meiner Homepage verwenden konnte (wieder so ein digitales HerausforderungDings).

In der Fokus-Formel begriff ich, dass ich wohl auch eine Scanner-Persönlichkeit und damit nicht alleine auf der Welt bin. Scanner Persönlichkeiten  sind vielbegabte Menschen, die sich für viele unterschiedliche Themen begeistern und interessieren (warum hatte ich wohl 5 Sommerkurse??), die am liebsten all ihre Ideen gleichzeitig verwirklichen und sich nicht festlegen wollen oder können. Was für eine Erleichterung und echter Mehrwert für mich. Vor allem die Tipps, wie ich für mich einen Fokus setzen kann. Vielen Dank an Julia Mack-Amanatidis, die mich als Fokus-Coach weiterhin noch eine Weile begleitet.

Der dritte Kurs war der “Sonnengeküßt“-Kurs (Meditation als Morgenroutine) von Malira Barbara Kopp. Bei ihr lernte ich anders in den Tag zu starten, indem ich Meditation nutze. Auch Malira begleitet mich noch im nächsten Jahr weiter.

Und dann war da noch der Kurs “Adventure up your life” von Stefanie Seitz. Wie bringe ich Mikroabenteuer in den Alltag? Für mich hochinteressant, da eine Schule, die ich betreue, eine Grundschule ist. Und das eine oder andere kann ich da bestimmt umsetzen.

Und nicht zuletzt die Händständgäng” von Judith Peters. Eigentlich wollte ich nicht teilnehmen, da ich dachte, durch meine Lipbeine zu beeinträchtigt zu sein. Ich las aber immer mit und bekam so eine Lust darauf, dass ich Judith fragte, ob ich noch einsteigen durfte. Ich durfte und bis zum Handstand fehlte es bei mir am Ende schon noch. Aber was für ein Gefühl, den ersten Purzelbaum seit mindestens dreißig Jahren wieder zu machen?

Und ganz ehrlich: Unbeschreiblich die Situation, bis ich meinen Schweinehund im Griff hatte, um den Purzelbaum endlich zu machen und mit meinem Mann lachend am Boden lag!

Vielen Dank an euch tolle Frauen, die durch die Kurse meine Welt erweitert und bereichert haben!

Sabbatjahr – wann geht es los und vor allem, wohin?

Eigentlich sollte mein Sabbatjahr mit dem ersten November starten. Aufgrund meiner Krankschreibung musste ich die Ansparphase ohnehin verlängern. Aus pädagogischen Gründen konnte der Beginn meines Sabbatjahres auf Anfang Februar verschoben werden.

Allerdings: wir müssen lernen, flexibel zu sein. Die ursprünglich geplante Weltreise nach Indonesien / Borneo, Indien zu meinem langjährigen Brieffreund (wir schreiben uns schon seit ich 14 bin), Thailand, Vietnam, Kambodscha, Australien, Neuseeland, das wird es wohl nicht werden. Eine Alternative ist für uns eine Tour durch Deutschland sowie Europa zu machen, sofern das möglich sein wird. Und wenn alle Stricke reißen, dann bleibt uns immer noch, das Haus aus- und umzuräumen, zu renovieren oder aber uns fällt irgendetwas anderes ein. Auf jeden Fall habe ich nach 26 Jahren Schulsozialarbeit ein Jahr Auszeit und das finde ich schon grandios.

Entstehung eines online Kurses

Post zum Online-Kurs

Während meiner “digitalen Entwicklung” und vor allem in Hinblick auf mein Sabbatjahr ist in mir die Idee entstanden, einen Online-Kurs zum Thema Stressmanagement für LehrerInnen zu konzipieren. Ich, die zwar Schreibprogramme und ein wenig mehr am PC bedienen kann, aber sonst nichts….

Mit zunehmendem Bloggen und während der Teilnahme an den Sommerkursen ist in mir das Bedürfnis gestiegen, mich mit den technischen Bedingungen auseinanderzusetzen. Julia Mack-Amanatidis unterstützt mich bei der Umsetzung des Kurses tatkräftig. So habe ich einen ersten Impulsvortrag via Zoom gehalten als Vorbereitung für den 4-wöchigen Online-Kurs. Der Kurs heißt “Stress lass nach” und beginnt am 04.01.2021. Eine Entwicklung, auf die ich schon stolz bin!!!

Persönlichkeitsentwicklung und Trainings mit meiner Partnerfirma im “Nett-Work”

Am Nürburgring

Neben meinem “Brotjob” als Schulsozialarbeiterin und Coach habe ich noch eine Partnerfirma: Die Dr. Juchheim GmbH. Das ist die Firma eines Münchner Arztes, der sich auf Kosmetik und Gesundheitsprodukte fokussiert hat. In seine Rezepturen fließen eine über 35-jährige Erfahrung als Arzt für ästhetische und regenerative Medizin sowie Immunologie gepaart mit Wissen aus dem Ayurveda ein. Dabei kommen effektive Produkte heraus, die mich total überzeugt haben. Die Firma bietet uns immer wieder außergewöhnliche Trainings zur Persönlichkeitsentwicklung. Neben den regelmäßigen Einheiten mit dem Erfolgstrainer Torsten Will fand zu Beginn von 2020 unser Jahreskongress am Nürburgring statt. Was habe ich mich auf das Training mit Joey Kelly gefreut. Ein beeindruckender Mensch, der uns großartigen Input lieferte!

Challenges und digitale Herausforderungen

Digitale Herausforderungen gab es für mich ohne Ende. Hier die wichtigsten:

  1. Erstellen meiner Homepage mit WordPress: Sie ist zwar unvollständig, aber online!
  2. Claim: Der ist da und er soll bis zum Jahresende auf meiner Homepage stehen, am besten mit einem Blogartikel dazu
  3. digitaler Adventskalender mit online Anmeldeformular: Ist online, hat mich viel Schweiß gekostet!
  4. Posts für Instagram oder Facebook mit Canva oder picstitch / incollage erstellen: klappt
  5. Den Göttergatten beeindrucken: klappt total
  6. Pinterest: steht noch aus
  7. Erstellen meines Impulsvortrages mit Canva: erledigt
  8. Impulsvortrag via Zoom: erledigt
  9. Speichern der Aufzeichnung unter Youtube: erledigt
  10. Erstellen meines ersten online-Kurses: erledigt
  11. Google Formulare nutzen: mache ich regelmäßig
  12. …..

Und an Challenges gab es folgende:

Eine kleine Auswahl der Blogartikel
  1. Bloggingweek: 1 Woche, 8 Blogbeiträge mit Judith Pfeiffer. Mein Fazit siehe hier
  2. Händständgäng: In 4 Wochen lernen, einen Händständ zu machen. Darüber schreibe ich hier.
  3. Adventsblogchallenge: Während der Adventszeit, also an 24 Tagen, jeden Tag einen kleinen Post, Artikel etc. veröffentlichen. Bei mir ist dieser online Adventskalender dabei entstanden, der hier noch ein paar Tage läuft.
  4. Jahresrückblog: Innerhalb von 20 Tagen meinen Jahresrückblog erstellen. Mit Storydoing! Läuft ja noch und ich bin gespannt, ob es klappt, am 20.12. den Button für´s Veröffentlichen zu drücken. Worauf habe ich mich da wieder eingelassen. Nochmals sowas von raus aus meiner Komfortzone.

Ausblick auf 2021 – meine bevorstehenden Themen:

  1. mein erster Online-Kurs “Stress lass nach” für LehrerInnen startet am 04. Januar 2021
  2. Beginn Sabbatjahr am 30.01.2021
  3. Ausbau / Ausweitung meines online-Geschäftes
  4. Teilnehmerin in der “Content society” von Judith Peters
  5. Entscheidung über eine weitere OP – meine Knie sind fällig
  6. Flexibilität
  7. Bloggen, Seiten auf meiner Homepage erstellen, verbessern
  8. ….

Fazit / Lernerfolge

Lernerfolge gibt es einige. Bei dem ganzen Trubel auch kein Wunder. Sie lassen sich in folgenden Sätzen zusammenfassen:

  1. Perfektionismus ist fehl am Platze. Lieber unperfekt veröffentlichen als überhaupt nicht (Bloggingweek, Homepage, erster Blogartikel).
  2. Okay, Corona ist scheiße, aber für mich gehört Corona zu meiner Entwicklung und die war schon ziemlich enorm: Neuorientierung, neue Lerneinheiten, neue digitale Bereiche erschließen, neues berufliches Aufstellen..
  3. Vorplanung für Challenges oder Bloggen kann doch so manches leichter machen (siehe Adventsblogchallenge)
  4. Spaß am Leben wieder finden und aufrecht erhalten und vor allem: mein Leben wieder selber bestimmen und in die Hand nehmen. Was für ein geiles Gefühl!
  5. Noch weiter raus aus der Komm-fort-zone, rein ins Leben
  6. Und zu guter Letzt: mein Motto / Wort des Jahres. Habe lange hin und her geschwankt zwischen Entfaltung, Reisen, und Flexibilität

Schließlich ist mein Wort des Jahres 2021:

Mein Wort für das Jahr 2021

Warum? Ich glaube, dass im neuen Jahr coronabedingt noch einiges auf uns zukommen wird, was wir derzeit nicht planen können, das aber unser Leben beeinflussen wird. Deswegen ist die Bereitschaft zur Veränderung und der gute Umgang mit schwierigen Situationen / Menschen gefragt. Durch Flexibilität wird mir – zumindest in meiner Vorstellung – eine Vielfalt an Möglichkeiten eröffnet, was wiederum meine Kreativität aktiviert. Der Wille zum Wandel ist gefragt und auch die Eigenschaft, Gutes darin zu sehen, Pläne ändern zu können, ohne in Opportunismus zu verfallen, sondern auch Rückgrat zu beweisen. Das wünsche ich mir für 2021: Flexibilität im Denken, im Handeln, im Umgang mit unseren Mitmenschen und unserer Umwelt sowie unserer Psyche. Oder wie es der Schriftsteller Martin Mosebach formuliert hat:

Man muss sich um das Neue keine Sorgen machen. Das kommt ganz von selbst.

War 2020 ein gutes Jahr? Das kann ich nicht mit einem eindeutigen Ja oder Nein beantworten. Ich bin auf jeden Fall gespannt, was das neue Jahr bringen wird.

Wir lesen voneinander

Anette

4 Kommentare

  • Malira

    Liebe Anette, dein Artikel hat mich bis zum letzten Wort berührt und mitgenommen in dein Jahr 2020. So viel hast du erlebt und bewegt! Dein Foto nach dem Tauchen: ich sehe mich in dir, wie ich mich nach meinem Tauchabenteuer gefühlt habe 😉 Wie genial es ist, wenn wir Komm-Fort-Zonen überwinden! Diese Schreibweise habe ich übrigens gerade von dir gelernt ;-)) Und danke, dass auch ich in deinem Jahresrückblick auftauche, das ehrt mich und freut mich sehr! Auf ein tolles neues Jahr 2021! Alles Liebe! Malira

  • Bonnbon

    Liebe Anette,
    vielen Dank, dass du uns an deinen Gedanken zu deinem Jahr 2020 teilhaben lässt. Es ist unglaublich beeindruckend, wie du dein Ziel, den Tauchschein zu machen durchgezogen hast und uns so schön ehrlich auch den inneren Kampf beschreibst, der in dir tobte. Umso schöner, dass du es geschafft hast und die Eindrücke aus der Unterwasserwelt nun für dich offen stehen:).
    Beeindruckend ist auch, dass du die Operationserfahrungen und die damit verbundenen Einschränkungen für dich genutzt hast, Dinge ausprobiert hast, die du schon länger im Hinterkopf hattest (wie z.B den Aufbau deiner Homepage) – und darüber hast du neue Menschen kennengelernt…das ist fantastisch!
    Das du eine beeindruckende Frau bist, muss hier unbedingt gesagt werden:).

    Ich wünsche dir alles Gute für ein tolles Jahr 2021, ein Sabbatjahr mit jeder Menge Kraftorte für dich!

    Pamela

    • Anette

      Danke, Pamela, für Deinen aufbauenden Kommentar. Da erröte ich doch gleich ein wenig. Ja, aus dem Sabbatjahr werde ich mich sicher melden. Ich bin selbst gespannt, was es da zu berichten gibt!

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